Der Atem

Der Atem bildet die Grundlage aller Lebensprozesse und ist Voraussetzung für Wachstum und Veränderung. Jede einzelne Zelle des menschlichen Körpers nimmt Sauerstoff auf, verbrennt ihn, um Energie zu gewinnen, und scheidet Kohlendioxid aus.
Er unterstützt auch die Entgiftung unseres Körpers und sorgt auf der Zellebene dafür, dass die Rückstände der verbrauchten Atemluft diesen wieder verlassen.

Der Atem reagiert sehr fein und passt sich an. Wenn wir z.B. auf den Zug rennen und entsprechend mehr Sauerstoff brauchen, beschleunigt er sich. Wenn wir dagegen gelassen auf einer Bank sitzen und die schöne Aussicht geniessen, fliesst er ganz ruhig dahin. Er wird beeinflusst durch unsere Gefühle, Gedanken, Vorstellungen und inneren Bilder: ob wir nun freudig erregt, traurig oder gestresst sind, uns vor Schreck die Luft weg bleibt, oder wir uns Sorgen über zukünftige Ereignisse machen.

Durch die bewusste Wahrnehmung unseres Atemrhythmus verbinden wir uns mit unserer Lebendigkeit: Einatmen, Ausatmen, Atempause.

Unser Nervensystems ist zweigeteilt:

  • Das autonome Nervensystem
Es regelt automatisch und entsprechend der jeweiligen, an unseren Körper gestellten Anforderungen, den Herzschlag, die Blutversorgung, die Verdauung und viele andere Funktionen.

  • Das willkürliche Nervensystem
Es regelt die Bewegungen unserer Skelettmuskulatur, das Sprechen, unsere Mimik und vieles mehr.

Der Atem hat eine Sonderstellung bei den physiologischen Funktionen des Körpers. Bei ihm werden sowohl das autonome als auch das willkürliche Nervensystem beansprucht. Wir können ihn bewusst steuern, also willentlich tiefer ein- oder ausatmen, und er fliesst auch ohne unser Zutun.

Der Atem stellt eine Verbindung her zwischen unseren äusseren bewussten Aktivitäten und dem inneren unbewussten Leben des Körpers.

"Du verbindest dich auf intimste und mächtigste Weise wieder mit der Natur, wenn du dir deines Atems bewusst wirst und lernst, mit deiner Aufmerksamkeit bei ihm zu bleiben. Das gibt dir Heilung und tiefe Kraft."

Eckhart Tolle